Kniha Romantischer Realismus Christoph Gardian

Romantischer Realismus

Literarhistorische Kontinuität im 19. Jahrhundert

Jazyk: Nemčina
Väzba: Brožovaná
Vydavateľ: Springer, Berlin
Dostupnosť: Skladom u dodávateľa
Odosielame za 5-8 dní
65.25
Romantik und Realismus werden in der Literaturgeschichtsschreibung vorwiegend als Gegensätze beschri...

Informácie o knihe

Jazyk
Nemčina
Väzba
Kniha - Brožovaná
Vydalo
2024
Stránok
356
EAN
9783662689639
Enbook ID
45117253
Vydavateľ
Hmotnosť
540
Rozmery
155 x 235

Kompletný popis

Romantik und Realismus werden in der Literaturgeschichtsschreibung vorwiegend als Gegensätze beschrieben. Ihre Rekonstruktion als dichotome Epochen verstellt aber den Blick auf die Kontinuitäten zwischen den beiden großen Literaturbewegungen des 19. Jahrhunderts, auf ihre gemeinsamen Problemfelder und Strategien zur Problembewältigung. Denn weshalb beziehen sich Texte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts permanent auf eine Literatur, die sie als 'Romantik' kennzeichnen und aus der Welt schaffen wollen? Weshalb bearbeiten Texte, die als 'realistische' positioniert werden, über einen Zeitraum von immerhin gut 50 Jahren Konzepte und Themenkomplexe, die erkennbar ihren Anfang in der von ihnen abgelehnten und als obsolet konzipierten Romantik nehmen? Weshalb lassen sie fortwährend romantische Figuren auftreten oder romantische Motive handlungsleitend ein? Ganz offenbar handelt es sich beim Romantischen, das der Realismus bestreitet, um einen unerledigten Problemkomplex. Ausgehend von diesen Beobachtungen stellt sich das Verhältnis von romantischer und realistischer Literatur weniger als epochale Dichotomie, sondern vielmehr als konstitutives Wechselverhältnis dar - als komplementäre Konstellation vor einem gemeinsamen Problemhorizont. Romantische und realistische Literatur lassen sich als alternative und gleichwohl parallele Strategien im Umgang mit historischen Transformationsprozessen auffassen, die ungeachtet ihrer markierten Konkurrenz kaum jemals ungemischt zur Anwendung kommen. Romantische und realistische Tendenzen treten in wechselseitiger Abhängigkeit auf. Dabei geht es sowohl den programmatisch romantisierenden als auch den programmatisch realistischen Texten um nicht weniger als die Gestaltung gesellschaftlicher Realität. Auf der Grundlage einer anderen Begründungsgeschichte der deutschsprachigen Literatur im 19. Jahrhundert lassen sich Beschreibungsmodelle für kulturelle Identifikations- und Transformationsprozesse gewinnen. Die untersuchten literarischen Texte formulieren ebenso Konzepte für den Umgang mit kulturellem Wandel wie sie Konstellationen kulturellen Wandels als Positionskämpfe zwischen romantischen und realistischen Akteuren konfigurieren.

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